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JUBILÄUMSKONZERT 6. APRIL 2014 ALTE OPER

Giuseppe Verdi: Requiem

Theater des Todes – für die Lebenden Messa da Requiem von Giuseppe Verdi (1884 uraufgeführt) ist eine der bekanntesten Totenmessen des 19. Jahrhunderts und beeindruckt mit dem dramatischen Höhepunkt in der berühmten Dies Irae - Sequenz. Erschütternde Paukenschläge und kreischende Blechbläserfanfaren wecken tiefe Furcht und Schrecken vor dem Tag des Jüngsten Gerichtes. Den dramatischsten Phasen in diesem Requiem folgen oft so helle und stille Momente, dass der Puls der Uhr, die unser Leben antreibt und gliedert, gebannt zu sein scheint.
Das Requiem, mit dem Verdi Trauerarbeit leistet, lässt sich vielleicht am besten als Menschheitsdrama beschreiben. Es hat seinen Platz nicht in gottesdienstlichen Feiern, sondern spielt auf einer fiktiven Bühne. Ähnlich wie im Film zeigt das Stück ständig neue Perspektiven: es gibt Nah- und Fernaufnahmen, Rückblenden und Ausschnitte, Zeitraffer und Zeitlupe.

Die Bilder, die Verdi uns „vor Ohren“ führt, überschreiten jede Vorstellungskraft jenseits der Töne. Jeder versteht die Musik – doch jeder versteht sie anders: die „Sprengschläge“, die „bodenlos stürzenden Schreie des Dies irae“ (Ernst Bloch), mit denen der zweite Satz beginnt und die im Libera me wiederkehren. Oder das „kontrastierende Sed vor Signifer sanctus Michael“: „die es umspielende Himmelsmelodie ohne Triumph, mit aufschwebender Hoffnung“ (Bloch).
„(...) das letzte Wort, der letzte verschwebende Laut, in pianissimo-Fermate langsam vergehend. Dann ist nichts mehr. Schweigen und Nacht. Aber der nachschwingend im Schweigen hängende Ton, der nicht mehr da ist, dem nur die Seele noch nachlauscht, und der Ausklang der Trauer war, (...) wandelt den Sinn, steht als ein Licht in der Nacht.“ (Thomas Mann)




 

Melanie Diener

Melanie Diener,
Sopran, ihr Musikstudium hat sie bei Sylvia Geszty an der Musikhochschule Stuttgart, bei Rudolf Piernay in Mannheim und an der Indiana University absolviert. Sie ist Preisträgerin des Salzburger Mozart-Wettbewerbs und Gewinnerin des Internationalen Königin-Sonja-Gesangwettbewerbs in Oslo. Ihrem erfolgreichen Debüt bei den Bayreuther Festspielen folgten Einladungen an international renommierte Opernhäuser wie z.B. Covent Garden, München, Dresden, Paris, Wien, Salzburg, Tokyo, Zürich, Toronto und die MET in New York.
Bereits beim Jubiläumskonzert 2009 hatte das Frankfurter Publikum das Vergnügen, Melanie Diener in der Alten Oper mit dem International Choir zu hören – damals im „Paulus“ von Mendelssohn Bartholdy.




 

Tanja Ariane Baumgartner

Tanja Ariane Baumgartner,
Mezzosopran, studierte Gesang in Karlsruhe und an der Musikhochschule Wien bei Prof. Helena Lazarska. Seit der Spielzeit 2009/2010 gehört Frau Baumgartner zum Ensemble der Oper Frankfurt. Sie gastierte in großen Partien bei den Salzburger Festspielen, der Vlaamse Opera, der Opéra de Marseille und am Theater Basel.
Große Erfolge feierte die Sängerin mit großen Rollen des italienischen Fachs, wie etwa Eboli (Don Carlos), Fenena (Nabucco), Ulrica (Un ballo in maschera), Amneris (Aida) und die Principessa de Bouillon (Adriana Lecouvreur) an den großen Häusern in Frankfurt und Basel. Ihre Interpretation der Penthesilea an der Oper Basel wurde zu einem außergewöhnlichen Triumph. Die Zeitschrift Opernwelt nominierte sie 2008, 2009 und 2011 als Sängerin des Jahres.




 

Nikolai Schukoff

Nikolai Schukoff,
Tenor, wurde in Graz geboren und absolvierte sein Studium am Mozarteum Salzburg, wo er bei seinem Abschluss mit der „Lilli-Lehmann-Medaille“ ausgezeichnet wurde. 1996 debütierte er in Gelsenkirchen als Alfredo (La Traviata). Es folgten einige Jahre als Ensemblemitglied am Nationaltheater Mannheim und in Nürnberg.
Gastverpflichtungen führten den Künstler bereits nach Düsseldorf, Salzburg, Lyon, Paris sowie – anlässlich der Olympiade 2000 – nach Sydney. Der internationale Durchbruch folgte 2006 mit zum Teil drama-tischeren Partien wie Sigmund (Walküre) in Berlin Don José (Carmen) in Paris, Parsifal und Erik (Der fliegende Holländer) in München – um nur eine kleine Auswahl seiner Stationen zu nennen.




 

Dimitry Ivashchenko

Dimitry Ivashchenko,
Bass, feierte sein Debüt als Philipp in der original französischen Fassung von Don Carlos in Darmstadt wurde von Publikum und Presse gleichermaßen umjubelt. Großen Erfolg hatte der russische Bass auch als Gurnemanz in Parsifal und Méphistophélès in Gounods Faust. Seine Gesangsausbildung begann er am Glinka-Konservatorium in Novosibirsk und setzte sein Studium später an der Staatlichen Hochschule für Musik in Karlsruhe fort.
Von 2000 bis 2004 war Dimitry Ivashchenko am Stadttheater Augsburg engagiert wo er u.a. Gremin in Eugen Onegin und Don Quichotte in der gleichnamigen Oper von Massenet zu hören war. Gast-engagements führten ihn als Sarastro an die Deutsche Oper Berlin und als Osmin an die Scottish Opera Glasgow. Im Februar 2010 sang er einige Rollen an der Mailänder Scala, arbeitete mit den Wiener Philharmonikern unter Pierre Boulez.




 

Philharmonie Baden-Baden

Philharmonie Baden-Baden
Die Gästebücher des Orchesters lesen sich heute wie ein „Who is who“ der Musikgeschichte: Franz Liszt, Hector Berlioz, Jacques Offenbach, Johann Strauss, Johannes Brahms, Hans von Bülow, Richard Strauss, Enrico Caruso, Pietro Mascagni, Wilhelm Furtwängler, Béla Bartók, Bruno Walter, Benjamino Gigli, Renata Tebaldi, Edita Gruberova, José Carreras, bereits sechs Mal Plácido Domingo und auch Anna Netrebko – sie alle standen mit der Philharmonie auf der Bühne.
Internationale Gastspiele und Tourneen brachten dem Klangkörper in den letzten Jahren auch internationales Renommee. Das Orchester konzertierte in China, in den arabischen Emiraten Dubai und Qatar, in der Ukraine, in Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und in der Schweiz. Berühmte Konzertsäle wie die „Zürcher Tonhalle“, der KKL in Luzern und die „Alte Oper“ in Frankfurt stehen regelmäßig auf dem Spielplan des Ensembles. TV- und Rundfunkproduktionen, ein einstündiger Dokumentarfilm des SWR anlässlich des 150. Orchesterjubiläums und nicht zuletzt etwa 30 eigene CD-Produktionen dokumentieren ebenfalls die Leistungsfähigkeit des Klangkörpers. Seit 2007 ist Pavel Baleff der Chefdirigent des Orchesters.




 

Wolfgang Grimm

Wolfgang Grimm und sein International Choir
Seit vielen Jahren ist Wolfgang Grimm als Dirigent, Kirchenmusiker und Gesangslehrer tätig. Auf Grund seiner außerordent­lichen Begabung wurde er bereits mit 16 Jahren zum Studium zugelassen. Er studierte Musik an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Anschließend absolvierte er ein Gesangsstudium.




 

International Choir Frankfurt

Der International Choir Frankfurt – ein Laienchor mit 130 Sänger/innen - erreicht unter der Leitung von Wofgang Grimm eine beachtliche klangliche und sprachliche Qualität und Präsenz auf der Bühne.

“…der bestgeschulte Chor … dynamische Regie von Wolfgang Grimm…” (FAZ)
“…der Chor bestach durch seine beachtliche Stimmfülle…” (Frankfurter Rundschau)
“…klangliche Wärme … atmosphärische Vielseitigkeit…” (Frankfurter Neue Presse)

Der Chor verfügt über ein breites Repertoire der geistlichen Chormusik und ist fester Bestandteil des Frankfurter musikalischen Jahres. Besondere musikalische Höhepunkte waren in den vergangenen Jahren die ungekürzte englische Fassung des „Messiah“ von Händel sowie Mendelssohns „Paulus“ in der Alten Oper Frankfurt mit Jonas Kaufmann und Melanie Diener.
Durch die internationale Ausrichtung gelingen immer wieder gemeinsame musikalische Kooperationen mit anderen europäischen Chören – insbesondere in den Partnerstädten Frankfurts. So repräsentiert der International Choir ein weiteres Stück Weltoffenheit der hessischen Metropole, u.a. auch bei der musikalischen Umrahmung der Einbürgerungsfeiern der Stadt Frankfurt.




 
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